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Magenband (Steffen)
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Magenband
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Mit freundlicher Genehmigung: © PD Dr. med. Rudolf Steffen, Bern
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Operationsverfahren
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Bauchspiegelung (Laparoskopie, „Knopfloch“, LSC) Die Operation wird in Allgemeinnarkose (Vollnarkose) unter antibiotischem Schutz durchgeführt. Die Bauchhöhle wird mittels einer Spezialnadel oder direkt via Troicar mit Luft gefüllt. Über einen kleinen Schnitt wird das optische Instrument (Laparoskop) in die Bauchhöhle eingeführt. Weitere kleine Schnitte dienen zum Einbringen der Operationsinstrumente. Der Magen muss in seinem obersten Anteil von seinen natürlichen Verwachsungen gelöst werden. Danach wird das Schwedenband durch die Bauchwand in die Bauchhöhle hineingebracht und um den Magen herum verschlauft. Der Verbindungsschlauch wird am Schluss der Operation durch einen der Instrumentenkanäle, meistens dem obersten, herausgezogen und der dort liegende Hautschnitt wird etwas verlängert. Das Fett wird durchtrennt, bis der Knochen des Brustbeins freigelegt ist (oder in Fällen, wo zu wenig Polster vorhanden ist, die Muskelhaut des geraden Bauchmuskels), dort wird eine Tasche gebildet. Abschliessend wird der Verbindungsschlauch auf den Port aufgesteckt und letzterer wird in der gebildeten Tasche festgenäht. Über dem Port wird die Wunde verschlossen, ebenso die übrigen Wunden. |
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Bauchschnitt (Laparotomie) In der eigenen Erfahrung müssen deutlich unter 1% der operierten PatientInnen damit rechnen, dass sie mit einem Bauchschnitt erwachen, wir sprechen dann von einer Konversion von der laparoskopischen zur offenen Operation, in allen Fällen war das bisher wegen einer zu grossen Leber. Diese kann unendlich Fett speichern, auch dies ist genetisch bedingt und ist schwer vorauszusagen. Sie kann Volumen annehmen, die im Oberbauch direkt auf dem Magen so viel Platz wegnehmen, dass mit der laparoskopischen Operation einfach kein Hinkommen möglich ist. In dieser Situation ist der Operateur dann gezwungen, den Bauch aufzumachen. Die Operationsschritte im Bauchinnern sind natürlich identisch. |
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Spitalaufenthaltsdauer
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2 - 3 Tage
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Intensivstation / Überwachungsstation
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nein
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Drainage
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i.d.R. nein
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Blasenkatheter
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i.d.R. nein
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Arbeitsunfähigkeit
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1 - 3 Wochen
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Kontrolle beim Hausarzt
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2 Tage nach Spitalentlassung
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Faden/ Klammernentfernung
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i.d.R. nein
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Mögliche Komplikationen bei und nach der Operation
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In der Regel verlaufen Magenbandeinlagen ohne Komplikationen. Insgesamt muss jeder Patient wissen, dass der Magenbanderfolg nicht garantiert ist. Auch muss mit Folgeoperationen gerechnet werden. Patienten mit Problemen mit ihrem Magenband sind nicht „selber schuld“, sondern es liegen Funktionseinschränkungen, wie z. B. Speiseröhrenprobleme oder gewisse genetische Muster vor, die vor der Operation nicht fassbar sind. Die folgenden Prozentzahlen beruhen auf unseren eigenen Erfahrungen mit > 1000 Magenbändern und 10 Jahren Erfahrung.
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Risiken am Port (2-3% pro Jahr): der Port kann schmerzen, wandern, vereitern, kippen oder der Schlauch kann abrutschen oder durch einen Nadelstich undicht gemacht werden. Bei ausgeprägter Gewichtsabnahme kann er auch unter der Haut hervorstehen und sichtbar werden. Dies bedarf einer operativen Korrektur, die nicht aufwändig ist und in den meisten Fällen in der Tageschirurgie erledigt werden kann. |
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Band - Leck (0.9% pro Jahr): Die Flüssigkeit, die beim Loch heraustritt ist harmlos, es handelt sich um einen wasserähnlichen Stoff (nicht um flüssiges Silikon wie bei den Brustprothesen). Das Band verliert dadurch seine Funktion und muss operativ ersetzt werden. |
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Pouch – Erweiterung (Band- Slipping, 2.7% pro Jahr): Dabei rutscht der Magen durch das Band hinauf, so dass der Pouch viel zu gross wird. Das Band muss operativ ersetzt werden. Sehr selten kann es beim Slipping zu gefährlichen Einklemmungen von Magenanteilen kommen, bis hin zum Absterben solcher Magenteile. Dies ist dann eine sehr gravierende Komplikation, die unter Umständen die Entfernung des gesamten Magens nach sich zieht. Slipping müssen ernst genommen werden du als Massnahme der Wahl muss das Band frühzeitig geleert werden. |
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Band – Penetration (1% pro Jahr): Das Magenband kann in den Magen einwachsen. Die meisten solch eingewachsenen Bänder können endoskopisch (mittels Magenspiegelung) entfernt werden, die übrigen laparoskopisch. |
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Band – Intoleranz (8%): Die Patienten kommen mit der Einschnürung nicht zu Gang. Sie erbrechen dauernd, die Speiseröhre wird überlastet und sie nehmen dabei sogar an Gewicht zu. Die Ursachen sind noch nicht klar. Bei diesen Patienten muss das Band entfernt und meistens gleichzeitig ein Magenbypass gemacht werden. |
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Band - Vereiterung (0.1%): Das Band muss dann entfernt werden. |
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Erbrechen nach der Operation: Das Erbrechen nach der Operation werten wir nicht unbedingt als Komplikation, sondern eher als Folge des Bandes. Erbrochen wird in der Regel nur dann, wenn der Patient unter Stress und Zeitdruck essen muss und grosse Bissen hinunter schlingt. Es kann auch mal vorkommen, dass ein Bissen stecken bleibt. Der Patient sollte uns unverzüglich kontaktieren, damit wir das Band öffnen können, so dass der Bissen durchgehen kann. Mit Zunahme der Zeit und Erfahrung im Umgang mit der neuen Situation lernen fast alle PatientInnen, dass sie nun wirklich gut kauen und sich Zeit nehmen müssen fürs Essen. |
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Mangelerscheinungen: Mangelerscheinungen sind bei den Magenbandpatienten seltener als bei den Bypasspatienten. Trotzdem müssen namentlich die Spurenelemente überwacht werden. Die häufigste Mangelerscheinung ist bei menstruierenden Frauen der Eisenmangel. Entsprechende Präparate, auch Polyvitaminpräparate, werden vom Nachsorgeteam je nach Bedarf abgegeben. |
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Blutungen / Nachblutungen in den Bauchraum sind äusserst selten. |
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Thrombose- und Embolierisiko: Die in Bein- und Beckenvenen entstandenen Blutgerinnsel (Thrombosen) können verschleppt werden (Embolie) und im betreffenden Organ zu Schädigungen oder zu bleibenden Schäden führen (z.B. Lungenembolie, Schlaganfall). Als Thromboseprophylaxe wird ein blutverdünnendes Medikament unter die Haut gespritzt und/oder Stützstrümpfe angepasst. |
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Bluterguss: Vereinzelt entsteht nach der Operation ein Bluterguss im Wundgebiet (bzw. Troicarstichstellen), der sich meist von selbst zurückbildet. |
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Hautschwellung und – knistern, Druckgefühl und Schmerzen beim Atmen (bei laparoskopischen Operationen) im Bereich von Schultern oder Hals (durch Reste der Luft) klingen meist nach kurzer Zeit ab. |
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Äusserst seltene Komplikationen
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Organverletzungen: va. bei starken Verwachsungen besteht die Gefahr von Organverletzungen (insbesondere der Speiseröhre, Magen, Milz). |
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Darmverletzungen: Tritt Darminhalt in die Bauchhöhle aus, kann ein Abszess in der Bauchhöhle, eine Fistelbildung zu Nachbarorganen oder der Bauchwand, eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) mit einer Darmlähmung und Organschäden (z.B. Nierenversagen), entstehen. Eine erneute Operation meist mittels Bauchschnitt und u.U. künstlichem Darmausgang wird allenfalls erforderlich. |
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Wundinfekte durch Krankheitserreger verzögern die Wundheilung und verlängern die Dauer der Behandlung. Eiteransammlungen müssen eröffnet, drainiert, gespült, infizierte Kunststoffe, Fäden oder Klammern evtl. entfernt werden, damit die Infektion abheilen kann. |
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Ein Schlauchrest kann bei einem Bandwechsel im Bauchraum verbleiben. Dies kann äusserst selten zu Schmerzen Anlass geben. Der Schlauch ist jedoch dafür vorgesehen, im Bauchraum zu liegen. |
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Blasenentleerungsstörung: Nach der Operation kann das Wasserlassen für einige Stunden erschwert und das Legen eines Katheters erforderlich sein. Verletzungen an der Harnröhre, Blutungen oder Harnwegsinfekte treten dabei nur ausserordentlich selten auf. |
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Blutungen: Verletzung grösserer Blutgefässe die eine Gefässoperation, eine operative Blutstillung oder eine Bluttransfusion bedingen. |
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Blutungen oder Magenleck nach Bandpenetration. |
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Bauchwandlähmung nach Verletzung von Muskelnerven. |
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Pneumothorax bei laparoskopischer Operation (Eindringen von Gas in den Rippenfellraum): Atemnot als Folge der Verdrängung der Lunge, welche die Einlage einer Saugdrainage erfordert. |
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Luftembolie bei laparoskopischer Operation: Kohlensäuregas tritt in ein Blutgefäss ein, so dass es zu lebensbedrohlichen Kreislaufstörungen kommen kann. |
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Lagerungsschäden (Druck- oder Überdehnungsschäden an Nerven, Gefässen oder Weichteilen mit Empfindlichkeitsstörungen und selten Lähmungen der Gliedmassen) sowie Haut- und Gewebeschäden durch Kriechströme, Hitze und/oder Desinfektionsmittel mit ev. bleibenden Nervenfunktionsstörungen oder dauerhaften Narben. |
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Bei Wundheilungsstörung oder entsprechender Veranlagung können schmerzende und/oder ästhetisch störende Narbenwucherungen mit Hautverfärbungen (Keloide) entstehen. Eine Narbenschrumpfung kann zu unschönen Einziehungen oder Bewegungseinschränkungen führen. |
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Allergie oder Überempfindlichkeit (z.B. auf Medikamente, Desinfektionsmittel, Latex) können vorübergehend zu Schwellung, Juckreiz, Niesen, Hautausschlag, Schwindel oder Erbrechen führen. Schwerwiegende allergische Komplikationen mit bleibenden Schäden im Bereich lebenswichtiger Funktionen (Herz, Kreislauf, Atmung, Niere) sind selten. |
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Verwachsungen im Bauchraum (va. nach einem Bauchschnitt) können (auch noch nach langer Zeit nach der Operation) zu einem Darmverschluss (Ileus) führen. |
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Narbenbruch (Hernie): nach einem Bauchschnitt kann eine Lücke in der Bauchwand entstehen, die operativ verschlossen werden muss. Bei laparoskopischen Operationen sind Narbenbrüche sehr selten und klein. |
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Taubheitsgefühl im Bereich der Operationsnarbe. |
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Bluttransfusion: Risiko z.B. für Hepatitis- Viren, HIV (1:100 000 – 1:1 000 000). |
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Letzte Änderung am Dienstag, 2. September 2008 um 12:16:34 Uhr.
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