Das Magenband, auch Schwedenband genannt
Mit freundlicher Genehmigung Prof. Dr. R. Weiner, Frankfurt-Sachsenhausen, Stand 2002 (Buch: Neue Chancen bei Adipositas ISBN 3-8304-3049-3)
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Dr. Lubomyr Kuzmak (Livingston, New Jersey, USA) gilt als Entwickler des ersten verstellbaren Magenbandes.
Das aus weichem Silikon hergestellte Band ist mit einem elastischen Gefäss, welches - je nach Patient und Bedürfnis - durch eine Injektion aufgefüllt wird ausgestattet. Es ist auch Möglich, etwas Flüssigkeit im Bedarfsfall raus zu nehmen.
Das Band wird um den oberen Teil des Magens gelegt, so dass der Magen wie bei einer Sanduhr aufgeteilt wird, der kleinere Teil oberhalb des Bandes hat einen Inhalt von ca. 25 ml, der Rest des Magens liegt nun unterhalb des Bandes. Diese beiden Teile des Magens bleiben also verbunden, doch durch das Einstellen des Magenbandes kann der Arzt steuern, wie viel Nahrung die Engstelle passiert. Diese Verbindung wird Stoma (künstlich geschaffene Hohlorganmündung) genannt.
Das Magenband gibt dem Chirurgen die Möglichkeit, den Stoma- Durchmesser einzustellen. Das Magenband ist mit einem Schlauch verbunden, an dessen anderen Ende ein Port sitzt. Dieser Port wird mit dem Bauchmuskel vernäht und ist auf dem Röntgenbild gut sichtbar. Durch eine Punktion durch eine HUBER Nadel in den Port kann der Chirurg durch Hinzufügen oder Entfernen von Flüssigkeit im elastischen Teil des Bandes das Stoma vergrössern oder verkleinern.
Die Magenband-Methode ist der einzige chirurgische Eingriff bei Adipositas, der eine Steuerung des Durchmessers ohne eine weitere Operation ermöglicht.
Das Magenband ermöglicht es, die Speiseaufnahme zu vermindern und ein längeres Sättigungsgefühl nach der Nahrungsaufnahme zu erreichen.
Beim Gastric Banding handelt es sich um eine neuere Methode, die in den 80er Jahren in Schweden entwickelt wurde und in der Schweiz seit ca. 1995 angewendet wird.
Da der Vormagen so klein ist dehnt sich dessen Wand bei der Nahrungsaufnahme schnell aus. Dadurch kommt es schneller zu ein Sättigungsgefühl. Durch die verstellbare Verengung kommt die Nahrung dann langsam in den Restmagen. Im ersten halben Jahr wird diese Einstellung vom Chirurgen mehrfach eingestellt, bis das Optimum für den Patienten erreicht ist. Dies geschieht durch eine HUBER Nadel, welche durch die Haut in den Port gelangt; die Haut wird zuvor unempfindlich gemacht. Als Füllmittel wird ein wasserlösliches Kontrastmittel in den Port gespritzt. Dieses Mittel ist aus der Medizin von anderen Anwendungen bekannt und verursacht, selbst wenn es aus dem Band auslaufen sollte, kein gesundheitliches Risiko dar. Die Anpassungen werden durch eine lokale Betäubung (für empfindliche Patienten) durchgeführt.
Je nach Chirurg dauert die Operation ca. 30 bis 120 Minuten und wird in Vollnarkose durchgeführt. Diese wird In etwa 95 Prozent der Fälle laproskopisch (mit 5 – 6 kleinen, bis 2cm grossen Schnitten) durchgeführt. Es kann vorkommen, dass wegen zu engen Platzverhältnissen im Bauch auf eine offene Operatiotechnik gewechselt werden muss. Der Spitalaufenthalt dauert je nach Verfassung des Patienten 2 – 6 Tage.
Allgemeine Komplikationen
- Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kann niemand sogar eine tödliche Komplikation ausschliessen (0%)
- Wie bei jedem Baucheingriff können Blutungen (0%), Infektionen (1.8%), Verletzungen von Organen (0.3%), Narbenhernien (2.9%) auftreten
- Lungenentzündungen (3.2%), Thrombosen (0%), Lungenembolien (0.7%)
Spezielle Komplikationen
- Erbrechen, Durchfall und stinkende Stühle nach Bypassoperation, Dehydratation (Entwässerung), Obstruktion (Steckenbleiben eines Bissen). Diese Komplikationen sind eher harmlos und können durch eine professionelle Betreuung weitgehend vermieden werden
- Infektion des Ports (Auffüllreservoirs) (3.2%)
- Leck des Verbindungsschlauches oder des Bandes. Diese Komplikationen haben keine direkten Folgen ausser einer Gewichtszunahme, weswegen das System ausgewechselt werden muss (3.9%)
- Penetration des Bandes (langsames Durchwandern in die Magenhöhle). Diese Komplikation entsteht häufiger bei unprofessioneller Nachbetreuung durch zu starkes Auffüllen des Magenbandes (0.3%).

